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Jugend WM in Malaysia

Ein Bericht von unserem Horner Teilnehmer Patrick Kämnitz
Jugend WM in Malaysia

Patrick Kämnitz

Am Sonntag pünktlich um 12.30 startet unser Flieger der Malaysia Airline Richtung Kuala Lumpur. Schon am Bord merkte man das es in eine andere Kultur ging denn, dass Essen war sehr gewöhnungsbedürftig.

Nach 11Stunden 30min landete Ich mit der deutschen Nationalmannschaft in Kuala Lumpur. Es zeigte sich uns eine wunderschöne Landschaft mit einem Sonnenaufgang. Nach einer Stunde warte Zeit flogen wir weiter zum Wm Austragungsort Alor Setar.
Nach unserer Ankunft änderte sich mein Bild von Malaysia etwas. Vom Flugzeug aus konnte ich bereits sehen das viele Teile des Landes überschwemmt waren. Rießige Reisfelder kreisten um unsere Stadt. Am Terminal des kleinen Flughafens nahmen uns Organisatoren der Weltmeisterschaft freundlich in Empfang und brachten uns mit einem Reisebus zu unserer Unterkunft für die nächsten 14 Tage.

Auf dem Weg durch die gesamte Stadt wusste ich was auf mich zukommt. Die Leute leben hier in ärmlichsten Verhältnissen wie man es sich in Europa nicht vorstellen kann. Die Häuser sind provisorische Gebaut. An den Straßenrändern sind Kanäle mit Schmutzwasser und Mülltürmen . Trotz allem die Menschen hier sind sehr nett das sah man sofort auch am Organisator der WM der uns Details über die WM und die Stadt vermittelte.

Am Hotel angekommen und nun bereits seit 20 Stunden ohne Schlaf, machten wir uns einen ersten Eindruck unserer Unterkunft. Sie war anders als sie im Internet dargestellt wurde. Nachdem wir auch das hingenommen hatten begann unsere erste Einheit, Jogging bei 34Grad und 90Prozent Luftfeuchtigkeit.

Bei dem Lauf lernten wir zwei Seiten Aloer Setars kennen eine Prunkvoll und von Millionären bewohnt die andere arm und dreckig, es gleicht einem Slum der Hauptstädten.
Nach dem Lauf gingen wir in ein Einkaufzentrum Alor Setar. Auch dort merkte man sofort das Europeär für Asiaten etwas besonderes sind. Man wird überall beobachtet in den Geschäften kommen gleich 2 Mitarbeiter um dich zu betreuen. Viel einkaufen konnte ich an diesem Tag nicht denn, die Müdigkeit setzte mir sehr zu.
Der Einkaufsbummel war schon nach 1einhalb Stunden beendet, unsere zweite Einheit des Tages stand auf dem Programm, Stabitraining (Krafttraining). Es viel mir schwer mich nochmals zu motivieren und nicht bei den Übungen einzuschlafen, bereits 26 Stunden ohne Schlaf.

Am Abend gingen wir dann etwas europäischer Essen, es ging zum Nahegelegenen Pizza Hut. Selbst am Tisch des Restaurants konnte ich meine Augen kaum noch aufhalten die Müdigkeit übernahm die Macht in meinem Körper.
Nach 32 langen Stunden die Erlösung, wir dürfen ins Bett gehen.
Am nächsten Morgen Wache ich um 4Uhr auf.Jetlack! Erst um 7Uhr gibt es Frühstück. Ich freute mich sehr, denn ich hatte großen Hunger. Aber was ich nicht wusste war die Tatsache das in Malaysia immer Warm gefrühstückt wurde. So musste ich mich mit ein paar Scheiben Toast zufrieden geben.
Um 8.30 Uhr wurden wir dann in die 20min entfernte Trainingshalle gebracht und auch dort täuschte der Eindruck des letzten Tages nicht. Wir sind in einem Entwicklungsland.

Als wir in der Halle ankamen, sah ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Halle nur für Badminton. Unsere erste Einheit begann pünktlich um 9Uhr. Schon beim Einspielen machte mir die Hitze schwer zu schaffen. Nach einer Stunde musste ich mein T-shirt Wechseln, weil es tropfte. Andere mussten sogar ihre Hose wechseln, weil sie den Hallenboden nass machten. Am Ende unserer Trainingseinheit stellte ich fest, dass es wohl noch schwerer mit den Bedingungen würde als ich es mir je Vorstellen konnte: Der Ball fliegt mal schnell mal langsam, Wind in der Halle, Hitze und Feuchtigkeit machten mir das Leben schwer.
Danach ging es wieder zurück ins Hotel zum Mittagessen. Um 14.30 wieder zurück in die Trainingshalle und es begann die Hitzeschlacht von Alor Setar von vorn. Am Abend gingen wir in ein anderes Hotel essen. Es war alles auf europäischen Standard und nur wenige Minuten von unserem Hotel entfernt. Auch an diesem Beispiel kann man sehen das, dass Land ein großen Unterschied zwischen Reich und Arm hat.
Am nächsten Morgen beim Frühstück klagte Fabian Holzer über Bauchschmerzen. Alle dachten er hätte sich einen Magen-Darm-Infekt zugezogen. Doch nach einer ersten Untersuchung unseres Physiotherapeuten Rudi konnte das nicht bestätigt werden. Seine Diagnose Verdacht auf Blinddarmentzündung. Ein Schock für alle. Während wir wieder in die Trainingshalle fuhren und wieder dem Ball hinterher Jagten, musste Fabi mit Teammanger Tommy ins Krankenhaus. 3 Stunden später beim Mittagessen, erreichte uns die Nachricht. Fabi hat eine Blinddarmentzündung und muss sofort operiert werden. Unglaublich keiner wusste was er sagen sollte. Die Stimmung war gedrückt. Nachdem sich die Coaches mit Eltern Krankenhaus und mehreren Ärzten aus Deutschland beratschlagt hatten, trafen sie die Entscheidung ihn hier in Aloer Setar zu operieren. Auch am Nachmittag ging es wieder in die Halle.
Am Abend hatten wir unser Welcome Dinner in einem sehr Noblen Hotel. Alle Nationen Namen Teil. Auch der Chef Minister von der Provinz Kedah nahm an der Veranstaltung teil. Sofort merkte man, dass man in einem Badminton Hochburg ist. Überall Presse, TV und eine große Show erwarteten uns. Zum Essen gab es ein Neun Gänge Menu, dass sehr gewöhnungsbedürftig war denn es waren Delikatessen aus Malaysia.
Nach der Hälfte der Veranstaltung musste der Chef Minister wieder los. Da wir ganz nah bei ihm Saßen, schüttelte er mir noch die Hand und wechselte zwei Sätze mit mir. Während dieser Veranstaltung wurde Fabi im Krankenhaus von einem Chefarzt operiert. Um 9 Uhr erreichte uns dann die Nachricht, dass alles gut gegangen sei. Erleichterung beim gesamten Team. Nach der Veranstaltung verschwanden wir alle im Bett, denn am nächsten Morgen begann unser erstes Mannschaftsspiel gegen Vietnam.
Wir hatten ein Hammer hartes Los. Thailand und Vietnam mit uns in einer Gruppe. Trotz allem das Team war hoch motiviert - besonders wollten wir auch für Fabi alles geben und zumindest Vietnam zuschlagen. Nach dem Einspielen teilte mir dann Bundestrainer Holger Hasse mit, das ich das erste Spiel für Deutschland an diesem Tag nicht bestreiten würde. An meiner Stelle sollte Nikolaj Persson im Herreneinzel einen Punkt für Deutschland holen. Doch daraus wurde nix. Wir verloren mit 4 zu1. Der einzige Punkt den wir holten war das Dameneinzel. Alle waren sehr enttäuscht, denn wir waren durch unsere Anfangsnervosität und den harten Bedingungen nicht an unsere Leistungsgrenze heran gekommen. Im zweiten Spiel des Tages gegen Thailand sollte ich meine Chance im Herreneinzel bekommen. Es war ein hartes Spiel für mich wo ich am Ende doch ohne Chance blieb der Thailänder war heute zu stark für mich.
Nach diesem für uns enttäuschenden Beginn der Jugend Weltmeisterschaft gingen wir nach dem Essen sofort ins Bett. Am nächsten Tag sollte es dann besser werden. Pünktlich um 9Uhr begann unser Spiel gegen Sri Lanka, alle waren hochmotiviert man wollte das schlechte Gefühl vom Vortag wettmachen. Mit dem deutschen Botschafter im Rücken gelang uns ein 3:2.
Ich spielte bei diesem Spiel nicht.
Danach hatten wir einen freien Nachmittag den ich nutzte um mich etwas auszuruhen und den Schlaf der letzten Tage nachzuholen. Am Abend folgten wir der Einladung zum Essen des deutschen Botschafters. Er war ein sehr netter Mann, erzählte uns 1 Stunde lang über sein Leben als Botschafter, sein Leben in Malaysia und seiner früheren Tätigkeitsstätten. Nach diesem ausgedehnten Abendessen ging es dann ins Bett.

Am Morgen des 25 Oktober stand unser nächstes Spiel gegen Macauo an. Es ist ein Gegner den man sicherlich nicht unterschätzen sollte. Das taten wir auch, nur ich tat mich schwer mein Gegner kontinuierlich Druck zu machen. Doch mein Sieg war zu keinem Zeitpunkt im Spiel gefährdet. Das Endergebnis lautet 3 zu0 für Deutschland. Ein souveräner Sieg für uns. Danach ging es wieder zurück ins Hotel, wo wir wieder den Nachmittag frei hatten. Am Abend gingen wir in ein neues Restaurant was mir anfangs sehr gefiel, sich aber schnell für mich zur Kehrtwende dieser WM darstellen sollte. Das Problem in Malaysia ist das Kühle als absoluter Luxus gilt und so sind alle Hotels sehr gut klimatisiert. An diesem Tag war es besonders kalt und ich holte mir einen Zug.
Am nächsten Morgen kam es wie es kommen musste. Ich wurde krank, vor dem wichtigsten Turnier meiner bisherigen Karriere. Es war bitter für mich. Ich versuchte alles um so schnell wie es geht wieder gesund zu werden. Die Hitze machte mir zusehends mehr zu schaffen. Die Vormittagstrainingseinheit konnte ich ohne größere Probleme überstehen. Am Nachmittag machten alle eine Shoppingtour durch Aloer Setar, allerdings ohne mich. Ich blieb im Hotel im Bett, ich war gefrustet das es mich getroffen hatte. Ich wollte hier in Malaysia allen zeigen was in mir steckt und nun sollte ich an einer Erkältung scheitern. Das wollte ich nicht war haben. Ich trank ca. 8 Liter Wasser und schluckte ekelhafte Tabletten.

Am Abend beim Essen, ging es mir nicht deutlich besser. Ich legte mich nach der Rückkehr ins Hotel sofort wieder ins Bett.
Der nächste Morgen kam und ich hatte nur noch einen Tag Zeit bis zum Turnier. Die Trainingseinheit am Mittag setzte mir weiterhin schwer zu. Ich fühlte mich mehr und mehr schlapp. Die Erkältung hatte mich voll im Griff und es ärgerte mich maßlos. Um 12.30 beendete ich mein Training ich war am Ende. Die Klimaanlage in der Halle war nicht angestellt und dann noch die Erkältung es war der Horror. Während die anderen ihr tägliches Krafttraining absolvierten, versuchte ich alles um wieder fit zu werden.
Am Nachmittag kam dann die Auslosung für die diesjährige Weltmeisterschaft. Meine erste Runde sollte wie erwartet sehr schwer werden. Ich bekam es also mit der Nummer eins aus Indonesien zu tun. Meine Motivation steigerte sich zunehmend ins unermessliche, ich wollte diesen Sieg am nächsten Tag, es war mir egal gegen wen aber ich wollte diesen Sieg. Ich versuchte zu schlafen um meinen Körper zu schonen. Am Abend gingen wir ins selbe Restaurant, wo ich mir meine Erkältung holte. Nach dem Essen und einer kurzen Besprechung ging es ins Bett.

Der nächste Morgen kam schnell, die Nacht hatte ich durch meine Erkältung kaum ein Auge zugemacht. Mir ging es schlecht, trotzdem wollte ich mein Match unbedingt gewinnen. Doch das gelang mir nicht, ich hatte keine Luft mehr bekommen und konnte meine doch an diesem Tag recht guten Schläge nicht gut genug nachbereiten. Mein Gegner war sehr schnell und ein schlauer Spieler und so ließ er mir keine Chance. Außer in der Endphase des zweiten Satzes, kämpfte ich mich auf ein 18 beide ran, doch der letzte Kraftaufwand sollte nicht helfen die Niederlage zu verhindern. Ich war extrem enttäuscht, wollte ich hier doch allen beweisen das ich in Europa vorne mit dabei bin.

Am Abend ging es dann ins Doppel, durch die Op von Fabian Holzer wurden die Doppel umgestellt. Ich spielte nun mit einem Österreicher gegen zwei Türken. Wir verloren knapp in drei Sätzen. Damit verlor ich das zweite Spiel meiner Wm mehr als bitter. Nun war ich nur noch frustriert, ich wusste dass es eventuell hart werden würde für mich, das man eine schlechte Auslosung bekommen kann, aber das es mich so trifft hätte ich nicht erwartet.
Allerdings musste ich mich sofort wieder zusammenreißen, denn ich musste auch noch Mixed spielen. Dort konnte ich zumindest einen Sieg holen. Doch freuen konnte ich mich an diesem Tag nicht mehr.
Am nächsten Morgen stand ich wieder mit verschnupfter Nase und dazu noch Halsschmerzen auf. Aber an diesem Tag wollte ich eine Runde weiter im Mixed kommen. So fuhr ich dann als einziger in die Halle um Standards für das Mixed zu lernen. Bis zum Abend hatte ich mich sehr gut vorbereitet. Gegen unseren Gegner aus Vietnam waren wir dann doch leider unterlegen. Damit war das Turnier für mich vorbei. Ich war enttäuscht. Abends ging es wieder in das Luxushotel, welche ca. 20min von uns entfernt war und es gab wieder das gleiche Essen wie auch alle Tage vorher.

Am nächsten Morgen feuerten wir Nikolaj Persson an, der mit einer Traumauslosung bis ins Achtelfinale gekommen war. Heute aber unterlag er einem malaysischen Einzelspieler.
Erfreulich für Hamburg war, dass Inken Wienefeld und Isabell Herttrich noch im Turnier waren. Aber auch sie verloren im Achtelfinale gegen die an eins Gesetzten Chinesen.
So war die Weltmeisterschaft für Deutschland beendet. Den restlichen Tag lag ich im Bett ich versuchte meine Krankheit auszukurieren.

Am nächsten Tag machten alle einen Ausflug zu den Traumstränden Malaysias. Nikolaj und ich blieben zurück im Hotel. Ich hatte keine Lust, den ganzen Tag Hustend durch die Straßen zu laufen und Nikolaj wollte nicht so Früh aufstehen. Denn die Tour begann bereits um 6 Uhr Morgens. So machten Nikolaj und ich uns einen ruhigen Tag im Hotel.
Am Abend ging es dann endlich los in Richtung Heimat. Ich freute mich sehr auf Zuhause. Wenn ich an die letzten zwei Wochen zurück denke, hatte ich eine turbulente Zeit in Malaysia mit ständigen auf und ab´s. Es war eine gute Erfahrung für mich um in meiner Karriere weiterzukommen. Ich konnte viel von den Spielern aus Asien lernen. Doch ich war sehr froh, als ich meinen Fuß in den Flieger setzte. Malaysia ist ein armes Land. Ich hatte zu vor noch nie eine derartige Situation erlebt. Müll auf den Straßen. Die Menschen bettelarm. Trotzdem habe ich noch nie so ein freundliches Volk erlebt. Am Sonntag, den 1.11.09 landeten wir sicher in Frankfurt am Main.

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