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Turnierreise AROS Cup 2010 in Dänemark

Wettkampfhärte muss man lernen

Der AROS Cup ist eines der bestbesetzten internationalen Traditionsturniere in Dänemark. Zugelassen sind nur E- und M-Klassespieler (höchste Leistungsklassen) aus Dänemark oder Spieler aus dem Ausland.

Ursprünglich wollten wir mit Jan Völker in U13, Franziska Volkmann, Marc Flato und Jonas Förtsch in U17 und mit Patrick Kämnitz in U19 antreten.

Wir mussten aber auf Patrick und Franziska Volkmann verzichten, da beide durch den DBV zu den zeitgleich ausgetragenen Six-Nations jeweils in London/England (U17) und Ishöj/Dänemark (U19) für das Nationalteam nominiert waren.

 

Unsere Spiele:

Das Turnier wird in allen Disziplinen zunächst in Gruppenspielen ausgetragen, wodurch jedem mindestens 2 Spiele/Disziplin gesichert sind. Es gilt Gruppenerster zu werden, um in das Hauptfeld zu kommen, wo es im KO-system bis zum Finale weitergeht.

Da es hier eigentlich "nur" gute Spieler gibt, muss man gleich seine Leistung zu 100% abrufen. Da hat auch Nervosität im ersten Spiel keinen Platz. Jan überwand diese aber nach einem verlorenen ersten Satz in seinem ersten Spiel und gewann relativ knapp mit 22:20 im 2. Satz. Auch der 3. Satz wurde wieder sehr knapp und fiel zugunsten des Gegners mit 21:17 aus. Der zweite Gegner seiner Gruppe war dagegen etwas schwächer. Jan gewann klar in 2 Sätzen.

Auch im Doppel verpasste Jan mit seinem dänischen Partner den Gruppensieg nur sehr knapp

Das erste Spiel wurde in 3 Sätzen gewonnen. Nach anfänglichen Abstimmungsschwierigkeiten im Spiel und der einzigen Verständigungsmöglichkeit auf Englisch, gelang ihnen Abstimmung im Laufe des 1. Spiels sogar sehr gut und sie waren für das 2. Spiel gut eingestimmt, das äußerst spannend verlief. Zwar ging der erste Satz zu 12 verloren, was nach einem Durchmarsch der Gegner aussieht -war es aber nicht. Die Ballwechsel waren lang und jeweils hart umkämpft. Im 2. Satz gelang ihnen eine hohe Führung mit 18:10! Als dann viele leichte Fehler auftraten, drohte das Ergebnis zu kippen. Aber sie schafften den Satzgewinn noch 22:20! Der 3. Satz war ebenso spannend wie der 2., ging aber leider an die Gegner und das auch noch sehr knapp (21:19). Schade, das wäre der Gruppensieg mit Einzug ins Hauptfeld gewesen.

 

In U17 war Jonas in eine 4-er Gruppe gelost worden und durfte somit 3 Spiele bestreiten. Er musste sich in allen Spielen jeweils nach hartem Kampf und gutem Spiel geschlagen geben. Marc verlor sein 1. Spiel gegen einen asiatischen Spieler in 2 sehr knappen Sätzen -es wäre mehr drin gewesen. Er gewann sein 2. Spiel dagegen sicher.

Im Doppel verlief es ähnlich: Das erste Spiel Marc und Jonas verloren das erste Doppel in einer Dreiergruppe. Das zweite wurde in 3 Sätzen gewonnen.

 

Konnte der Horner TV letztes Jahr mit zwei Titeln durch Patrick Kämnitz im Herreneinzel U19 und Mats Hukriede/Patrick Kämnitz im Herrendoppel U19 wieder heimfahren, war schon zu Beginn klar, dass das dieses Jahr ein eher schwieriges Unterfangen wird.

 

Nun kann sich der Leser fragen, wozu die lange Reise nach Aarhus in Dänemark, wenn man weiß, das Gewinnen quasi nicht drin ist. Weil es auch neben "dem Siegen" als Leistungssportler  viel zu Lernen gibt, um wettkampffähig zu werden, ist eine Turnierreise zum Aros Cup lohnend. Turniere dieser Art gibt es bei uns leider nicht.

Gerade im Jugendbereich finden wir in Deutschland kaum Turniere, die das bieten, was Turniere in Dänemark bieten. Das Jugendwettkampfsystem in Dänemark sieht 6 Wettkampfklassen vom Anfänger bis zum Hochleistungssportler vor, wodurch ein Spieler immer ein relativ homogenes Spielfeld vorfindet. Beim AROS Cup werden die beiden höchsten Spielklassen im Jugendwettkampfsystem angeboten: M- und E-Klasse.

Unsere Spieler müssen gleich zu Beginn 100% Leistung abrufen um mitzuspielen. Das erfordert, dass man bereits gelernt hat, sich vor dem Spiel so einzustimmen (mental und physisch), dass man nicht erst im laufenden Spiel zu seiner Leistung finden muss, sondern diese "parat" hat.

Auffällig in allen Spielen: das sehr offensive Spiel mit wenig Fehlern, also Schlagsicherheit, bei sehr hohem Spieltempo.

Nebenbei beobachtet:

Da zum AROS Cup die stärksten Spieler Dänemarks anreisen, bekamen wir u.a. auch den aktuellen dänischen Meister U17, Kasper Antonsen, zu sehen. Er verlor im Endspiel gegen seinen Doppelpartner. Die Leistungsdichte ist hier sehr hoch. Man findet nicht 1-2 etwa gleich starke Spieler, sondern gleich 10-15.

Ganz nebenbei entdeckt: eine sehr beeindruckende kleine Spielerin namens Sophie Grundtvig! Sie ist erst 9 Jahre alt, also im ersten Jahr U11 und darf mit Sonderergenehmigung des Dänischen Badmintonverbandes in U13 E-Klasse starten. Sie ist nicht etwa gleichaltrigen Spielerinnen körperlich überlegen, weil sie größer ist und mehr Kraft hat -nein, sie ist wirklich noch kleiner als der Rest im Feld. Aber ausgestattet mit einer unglaublich starken Lauf- und Schlagtechnik. Sie hat sehr viel Ballgefühl besonders im Netzbereich, eine auffällig gute Spielübersicht, ist sehr schnell und kann unglaublich gut kämpfen sie gibt keinen Ball verloren!

Es wird interessant zu sehen, wie Sophie sich in den nächsten Jahren entwickelt und ob wir sie wiedersehen. Sie kommt aus Aarhus AB, einem Verein, der bekannt ist für viele jugendliche Topspieler Dänemarks -und einer offensichtlich sehr guten Trainerarbeit durch den Cheftrainer von Aarhus, Thomas Engholm.